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Guss-Lexikon Maschinenformguss

Grauguss, Sphäroguss, Kerne, Speisung und Normen. Was der Begriff meint, wie er bei Röth im Betrieb sitzt und wo die Norm aufhört.

Prototyp

3D-Sanddruck

Auch genannt: Binder-Jetting, Sanddruck

3D-Sanddruck baut Form oder Kern schichtweise aus Sand und Binder, ein Kernkasten entfällt. Hinterschneidungen, die in der Serie mehrere Kerne bräuchten, können im Druck ein Stück sein. Bei Röth sitzt das Verfahren im Rapid Prototyping, nicht als Ersatz der Formanlage in der Serie. Das ist Binder-Jetting, kein Schmelzen von Metall im Drucker.

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Normen

AD2000

Auch genannt: AD 2000, AD 2000-Merkblatt W0, AD 2000 W3/1, AD 2000 W3/2

AD2000 ist ein deutsches Regelwerk für Druckgeräte. W0 betrifft den Werkstoffhersteller, W3/1 GJL, W3/2 GJS. W3/3 austenitisches Gusseisen ist kein Angebot. Röth ist nach AD2000 zertifiziert für Eisenguss, der zur Druckgeräterichtlinie passt. Das Zertifikat ist ein Nachweis, keine Freigabe eines bestimmten Armaturengehäuses und nicht dasselbe wie ISO 9001. Die Konformität des Druckgeräts bleibt beim Gerätehersteller.

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Formverfahren

Anschnitt

Auch genannt: Anschnitt-Technik, Anguss

Der Anschnitt ist das Kanalsystem vom Einguss bis zur Formhöhle. Er füllt das Teil, steuert Geschwindigkeit und soll Schlacke und Luft nicht ins Bauteil tragen. Einguss, Lauf und Anschnitte stehen in einem Querschnittsverhältnis. Zusammen mit den Speisern gehört er zur gießtechnischen Auslegung, nicht zur Fertigmaßzeichnung. Nach dem Guss wird er abgeputzt, am Fertigteil bleibt höchstens die Narbe.

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Kompetenzen

Formverfahren

Ballenguss

Auch genannt: Disamatic, Ballenform

Ballenguss formt ohne Formkasten. Die Maschine presst Sand zu einem Ballen mit zwei Formhälften. Bei Röth ist das die Disamatic mit Ballen 600×480×150-395 mm, Stückgewicht 0,2-30 kg, geeignet ab etwa 20 Formen je Los. Gegenstück ist der Kastenguss auf der HWS. Die Teilung steht senkrecht, Anschnitt und Kernlage drehen sich mit.

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Qualität

Brinellhärte

Auch genannt: HB, HB 30, Härtemessung

Die Brinellhärte presst eine Hartmetallkugel in die Oberfläche und misst den Eindruck; an Gusseisen ist das das übliche Härteverfahren. Die Zahl HB steht in den Werkstofftabellen als Richtwert, nicht als Zugfestigkeit am Probestab. Wer HB in Rm umrechnet und das als Spezifikation setzt, legt die Prüfung nicht dort fest, wo sie hingehört.

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Werkstoffe GJL / GJSKompetenzen

Normen

DIN EN 1561

DIN EN 1561 ist die Norm für Gusseisen mit Lamellengraphit, also Grauguss. Sie legt Sorten, Bezeichnungen und Kennwerte fest, die Kurzzeichen heißen EN-GJL. Die Tabellenwerte auf der Röth-Werkstoffseite sind Richtwerte, verbindlich bleibt der Normentext. Bei Röth stehen EN-GJL-150, 200, 250 und 300. GG-20 liegt bei EN-GJL-200, GG-25 bei EN-GJL-250. Wer GG-25 schreibt und EN-GJL-300 erwartet, mischt zwei Sprachen.

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Werkstoffe GJL / GJSZertifizierung

Normen

DIN EN 1563

DIN EN 1563 ist die Norm für Gusseisen mit Kugelgraphit, also Sphäroguss. Die Kurzzeichen heißen EN-GJS, mit Festigkeit und Dehnung in der Bezeichnung. Bei Röth stehen die geführten Sorten tabellarisch: EN-GJS-400-15, 400-18-LT, 500-7, 600-3, 700-2 und 500-14. Verbindlich bleibt der Normentext, die Website-Tabelle ist ein Richtwert.

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Werkstoffe GJL / GJSZertifizierung

Qualität

Erstarrungssimulation

Auch genannt: MAGMA, MAGMA-Simulation, Gießsimulation

Die Erstarrungssimulation rechnet Füllung, Temperatur und Erstarrung am 3D-Modell, bevor die erste Form gebaut ist, und zeigt Hotspots, mögliche Lunker und ungünstige Fließwege. Bei Röth läuft das seit 2008 mit MAGMA als Teil der Auslegung. Die Rechnung sitzt vor dem ersten Abguss: MAGMA gießt nicht und prüft weder die Charge noch das fertige Teil.

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Formverfahren

Formschräge

Auch genannt: Aushebeschräge, Entformschräge

Die Formschräge ist eine leichte Neigung an Wänden, die senkrecht zur Teilung stehen. Ohne sie klebt das Modell im Sand oder reißt die Form beim Ausheben. Innenflächen, die ein Kern bildet, brauchen oft eine andere Logik als die Außenform. Die Schräge gehört ins Rohteil, nicht erst in die Bearbeitung. Die Zeichnung nennt den Winkel in Grad, sobald die Teilung festliegt.

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Formverfahren

Formstoff

Auch genannt: Formsand

Formstoff ist die Mischung, aus der die Sandform gemacht wird. Bei der Außenform von Röth ist das Grünsand: Quarzsand, Bentonit, Wasser. Kerne nutzen andere Binder. Die Aufbereitung und die Sandprüfung halten den Formstoff im Fenster. Formstoff ist der Sand, der Werkstoff ist das Eisen. Beides in einem Satz vermengt Form und Schmelze.

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Werkstoffe

GJL

Auch genannt: EN-GJL, GJL-250

GJL ist das Kurzzeichen für Gusseisen mit Lamellengraphit. Es ersetzt ältere Bezeichnungen wie GG. Hinter GJL steht die Sorte, zum Beispiel EN-GJL-250 für eine Zugfestigkeit von mindestens 250 N/mm² am Probestab nach DIN EN 1561. Die Lamellen dämpfen und leiten Wärme. Die Zahl gilt zuerst am Stab.

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Werkstoffe

GJS

Auch genannt: EN-GJS, GGG, GJS-400-15

GJS ist das Kurzzeichen für Gusseisen mit Kugelgraphit. Ältere Zeichnungen schreiben GGG. Hinter GJS stehen Festigkeit und Dehnung, zum Beispiel EN-GJS-400-15: mindestens 400 N/mm² Zugfestigkeit und 15 Prozent Bruchdehnung am Probestab nach DIN EN 1563. Ohne Magnesiumbehandlung nach der Entschwefelung bleibt die Lamelle.

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Formverfahren

Grünsand

Auch genannt: Grünsandformerei

Grünsand ist Formsand, der mit Bentonit und Wasser gebunden wird und feucht in die Form geht. Grün heißt hier nicht die Farbe und nicht umweltschonend, sondern: die Form wird nicht vor dem Gießen gebrannt. Nassgusssand ist dasselbe Wort. Das ist der Formstoff der Maschinenformanlagen bei Röth. Bentonit ist Tonmineral, kein Farbstoff und keine Ökobilanz.

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Werkstoffe

Gusseisen

Auch genannt: Eisenguss, Gusseisenwerkstoff

Gusseisen ist eine Eisen-Kohlenstoff-Legierung mit so viel Kohlenstoff, dass sich Graphit bilden kann. Gegossen wird in eine Form, nicht gewalzt oder geschmiedet. Bei Röth geht es um Grau- und Sphäroguss nach DIN EN 1561 und DIN EN 1563, nicht um Aluminium oder Stahlguss.

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Qualität

Gussfehler

Gussfehler sind Abweichungen, die beim Formen, Gießen oder Erstarren entstehen: Lunker, Gasporen, Kaltschweiße, Kernversatz, Schülpe. Nicht jeder Befund ist Ausschuss; maßgeblich sind vereinbarte Prüfung, Lage und Funktion. Fehleranalyse und Reklamation sind zwei verschiedene Wege. Wer alle Löcher Lunker nennt, wählt die Gegenmaßnahme, die zum Namen nicht passt.

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KompetenzenZertifizierung

Formverfahren

Handformguss

Im Handformguss verdichtet die Former den Sand von Hand oder mit Handgeräten um ein Modell. Die Form ist frei im Maß, der Takt ist langsam. Maschinenformguss kehrt das um: festes Formmaß, hoher Takt. Röth fertigt auf Formanlagen, nicht als klassische Handformerei. Große Einzelstücke außerhalb der Maschinenmaße gehören nicht ins Angebot: der Kontrast erklärt die Grenze, er beschreibt keine zweite Halle in Mosbach.

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Werkstoffe

Hotspot

Auch genannt: Wärmestau, Materialanhäufung

Ein Hotspot ist eine Stelle im Gussteil, die länger flüssig bleibt als die Umgebung. Meist eine Materialanhäufung, ein Nabenansatz oder ein scharfer Wandübergang. Im Knoten drohen Lunker und grobes Gefüge, wenn niemand speist oder kühlt. Die dünne Kante daneben kann scharf abschrecken; das ist ein zweiter Fehler am selben Ort, nicht der Hotspot selbst.

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KompetenzenKühleisen

Qualität

Kaltschweiße

Auch genannt: Kaltlauf

Eine Kaltschweiße entsteht, wenn zwei Schmelzefronten aufeinandertreffen und nicht mehr verschweißen. Die Stelle bleibt als Naht, Kerbe oder undichte Wand. Ursache sind oft zu niedrige Temperatur, zu langer Fließweg oder zu dünne Wand: die Haut ist schon zu fest. Es sieht aus wie eine Klebnaht, ist aber Guss.

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Kompetenzen

Formverfahren

Kastenguss

Auch genannt: Kastenform, HWS-Formanlage

Kastenguss formt Ober- und Unterkasten in einem Rahmen. Das Kastenmaß begrenzt Länge, Breite und Höhe des Teils. Bei Röth ist das die HWS-Anlage mit 1030×810×320/320 mm nach dem SEIATSU-Verfahren, Stückgewicht 5-200 kg. Gegenstück ist der Ballenguss ohne Kasten. Der Rahmen trägt die Form zur Gießstrecke; ohne ihn bricht ein weicher Sandballen in der Reihe.

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Kerntechnik

Kerneisen

Auch genannt: Kernbewehrung

Kerneisen ist eine Metalleinlage im Sandkern. Sie hält den Kern steif, damit er beim Einlegen und unter Auftrieb nicht bricht oder durchhängt. Nach dem Guss bleibt das Eisen im Teil oder wird mit dem Kern entfernt, je nach Lage. Röth liefert Kerneisen auch als Hilfsmittel für andere Gießereien.

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Kerneisen / Kernhaften

Kerntechnik

Kernhaften

Auch genannt: Kernstützen

Kernhaften sind kleine Metallteile, die den Kern gegen Auftrieb und Durchbiegen stützen. Sie sitzen zwischen Kern und Formwand und schmelzen an oder bleiben im Teil. Ohne sie wandert ein schwerer oder langer Kern. Röth fertigt Kernhaften auch als Hilfsmittel für andere Gießereien.

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Kerneisen / Kernhaften

Kerntechnik

kernintensiver Guss

Auch genannt: kernintensiv, kernintensive Gehäuse

Kernintensiver Guss meint Teile, deren Innenform den Aufwand bestimmt: viele Kerne, ein Paket, enge Kanäle, Hinterschneidungen. Das ist der Schwerpunkt von Röth, nicht der einfache Vollklotz. Maschinenformguss ändert daran nichts. Die Maschine formt außen, die Kerne bleiben Handwerk und Einleger.

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Kerntechnik

Kernmarke

Auch genannt: Kernmarken

Die Kernmarke ist die Aufnahme für den Kern in der Form. Sie legt Lage und oft die Dichtung gegen einlaufende Schmelze fest. Das Modell trägt die Marke, der Kernkasten die Gegenform. Zu knapp, und der Kern versetzt. Zu weit, und Eisen läuft in die Marke oder der Kern schwimmt.

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Kerntechnik

Kernpaket

Ein Kernpaket ist der Zusammenbau mehrerer Kerne zu einer Innenform. Gehäuse mit Kanälen, Taschen und Lagerbohrungen brauchen oft mehr als einen Kern. Das Paket muss in der Form liegen, gegen Auftrieb halten und nach dem Guss zerlegbar bleiben. Jede Fuge zwischen den Kernen ist eine mögliche Versatzstelle.

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KompetenzenRapid Prototyping

Kerntechnik

Kernversatz

Auch genannt: Kernverschiebung

Kernversatz heißt: der Kern hat sich verschoben, gekippt oder aufgeschwommen. Die Innenkontur sitzt dann neben der Außenkontur. Wanddicken kippen, Bohrungen wandern. Ursache sind Marke, Auftrieb, Einlegen oder ein zu schwacher Kern. Das Eisen ist da, nur am falschen Ort.

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KompetenzenKerneisen / Kernhaften

Qualität

Korrosionsschutz

Auch genannt: Flugrost, VCI

Korrosionsschutz am Gussrohteil meint hier Lagerung und Transport, nicht eine Lackierstraße. Unbearbeitetes Gusseisen rostet an Luft und Feuchte; VCI-Folie, trockene Lagerung und kurze Wege halten Flugrost klein. Der Schutz ersetzt keine vereinbarte Beschichtung beim Kunden. Flugrost ist nicht dasselbe wie tiefer Lagerrost.

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Werkstoffe

Kugelgraphit

Auch genannt: sphärolithischer Graphit, Nodulargraphit

Kugelgraphit sind nahezu runde Graphitteilchen im Gusseisen. Sie kerben das Grundgefüge weniger als Lamellen. Deshalb trägt Sphäroguss höher und dehnt sich stärker. Die Form entsteht durch Magnesiumbehandlung der Schmelze, nach der Entschwefelung. Ohne diesen Schritt bleibt die Lamelle.

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Werkstoffe GJL / GJS

Kerntechnik

Kühleisen

Auch genannt: Kühlkokille, Chill

Ein Kühleisen ist ein Metallstück in der Form oder am Kern, das örtlich Wärme abführt. Es soll einen Hotspot schneller erstarren lassen und Lunker vermeiden. Sitzt es zu scharf an einer dünnen Wand, droht Weißeinstrahlung. Röth nutzt Kühleisen im eigenen Guss und liefert sie als Hilfsmittel an andere Gießereien.

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KühleisenKompetenzen

Werkstoffe

Lunker

Auch genannt: Schrumpflunker, Setzlunker

Ein Lunker ist ein Hohlraum, der entsteht, wenn Schmelze erstarrt und niemand den Volumenverlust nachspeist. Er sitzt oft im Hotspot: in Materialanhäufungen, Naben und Wandübergängen. Prüfung findet ihn, Speisung und Simulation sollen ihn vorher vermeiden.

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Werkstoffe

Magnesiumbehandlung

Auch genannt: Mg-Behandlung

Die Magnesiumbehandlung bringt Magnesium in die entschwefelte Schmelze. Dadurch wächst der Graphit kugelförmig statt lamellar. Ohne diesen Schritt gibt es keinen Sphäroguss, egal was auf der Zeichnung steht. Danach folgt die Impfung. Magnesium formt die Kugel. Impfung liefert die Keime.

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Werkstoffe GJL / GJS

Formverfahren

Maschinenformguss

Auch genannt: Maschinenformerei

Maschinenformguss verdichtet den Formsand auf einer Formanlage. Die Form entsteht taktweise, mit festem Kastenmaß oder als Ballen. Gegenstück ist der Handformguss, bei dem die Form von Hand verdichtet wird. Bei Röth laufen HWS und Disamatic im Grünsand: die Maschine formt außen, die Kerne bilden innen. Wiederholgenauigkeit sitzt in Platte, Sandfenster und Takt, nicht in der Kunst eines einzelnen Formers.

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Werkstoffe

Mischkristall-Guss

Auch genannt: EN-GJS-500-14, mischkristallverfestigtes Gusseisen

Mischkristall-Guss meint hier ferritisches Gusseisen mit Kugelgraphit, das über einen hohen Siliziumgehalt im Grundgefüge festigkeitssteigernd wirkt. Die Sorte bei Röth ist EN-GJS-500-14. Härte und Festigkeit liegen enger beieinander als bei ferritisch-perlitischen Sorten. Die Werte gelten für den Probestab, nicht automatisch für jede Wand im Gehäuse.

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Werkstoffe GJL / GJSBeratung anfragen

Formverfahren

Putzen

Putzen entfernt Anschnitt, Speiser, Grate und anhaftenden Formsand. Danach wird oft gestrahlt, erst danach ist das Rohteil versandfähig. Putzen ist Arbeit am Teil, nicht die spanende Fertigbearbeitung der Funktionsflächen. Die Putzstelle bleibt eine Gussnarbe, bis jemand fräst. Trennen kommt vor dem Strahlen: umgekehrt macht man aus dem Speiser einen Klumpen und aus Schlacke Staub auf dem Teil.

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Prototyp

Rapid Prototyping

Rapid Prototyping heißt hier: ein Gussteil aus Grau- oder Sphäroguss in kurzer Zeit, ohne die spätere Serien-Modelleinrichtung schon zu bauen. Bei Röth läuft das über 3D-Sanddruck der Form oder der Kerne. Ziel ist ein prüfbares Rohteil, oft in 15-25 Arbeitstagen mit STP, nicht ein Kunststoffmuster. Das Eisen ist GJL oder GJS; danach kann die Serie auf HWS oder Disamatic wechseln.

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Rapid PrototypingKompetenzen

Formverfahren

Rohteil

Auch genannt: Gussrohteil, Rohteile

Das Rohteil ist das Gussteil, das die Gießerei liefert: geputzt, oft gestrahlt, mit Aufmaß an den Bearbeitungsflächen. Es ist noch nicht das Fertigteil aus der Zerspanung. Maßhaltigkeit meint hier das Rohteil plus vereinbartes Aufmaß, nicht das Fertigmaß der Zeichnung. Anschnitt und Speiser sind runter, die Funktion kommt danach. Röth liefert Eisen in diesem Zustand, der Kunde bearbeitet.

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KompetenzenGusstoleranz-CheckBeratung anfragen

Formverfahren

Sandguss

Auch genannt: Sandformguss

Sandguss heißt: die Form besteht aus Sand, nicht aus einer Dauerform aus Metall. Der Sand nimmt die Geometrie vom Modell oder vom gedruckten Kernpaket und wird nach dem Abguss zerstört. Bentonitgebundener Nassguss, chemisch gehärteter Sand und vakuumverfestigte Formen gehören zur selben Familie. Maschinenformguss und Handformguss sind Wege, diese Form herzustellen. Außenform und Kern sind beide Sand, aber selten dieselbe Mischung.

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Kerntechnik

Sandkern

Auch genannt: Kern, Kerne

Ein Sandkern ist ein geformter Sandkörper, der in die Form eingelegt wird. Wo der Kern sitzt, bleibt das Eisen hohl, und ohne Kerne gäbe es keine innenliegenden Kanäle, Taschen und Lagerbohrungen im Rohteil. Der Kern entsteht im Kernkasten oder im Sanddruck, härtet und trägt die Innenkontur. Bei Röth sind Kerne der Normalfall, nicht die Ausnahme.

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KompetenzenRapid Prototyping

Qualität

Schülpe

Eine Schülpe ist eine Schicht Formsand, die sich von der Form löst und in die Schmelze fällt oder am Teil klebt. Die Oberfläche trägt dann eine Schuppe, eine Narbe oder eingeschlossenen Sand. Ursache sitzt oft im Formstoff, in der Verdichtung oder in der Strömung beim Füllen. Zunder und Putzspur sehen ähnlich, wenn man nicht hinschaut.

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Kompetenzen

Werkstoffe

Schwindung

Auch genannt: Schwindmaß, Volumenschwindung

Schwindung ist der Volumenverlust, wenn die Schmelze erstarrt und das Teil auf Raumtemperatur abkühlt. Ohne Ausgleich entstehen Lunker oder das Rohteil liegt unter Maß. Ausgleich sind Speiser, Anschnitt und das Aufmaß im Modell.

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Formverfahren

SEIATSU

Auch genannt: SEIATSU-Verfahren, Luftstrom-Press-Formverfahren

SEIATSU ist ein Luftstrom-Press-Formverfahren: zuerst strömt Luft durch den Formsand, dann folgt die Pressung. Ziel ist eine gleichmäßige Verdichtung im Kasten. Bei Röth arbeitet die HWS-Formanlage nach diesem Verfahren. SEIATSU ist ein Formverfahren, keine Legierung und kein Zertifikat, und steht nicht neben EN-GJL-250 auf der Zeichnung und nicht als Güte auf dem Lieferschein.

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Formverfahren

Speiser

Auch genannt: Speisung, Speisertechnik

Ein Speiser ist ein Zusatzvolumen aus Schmelze, das länger flüssig bleibt als die kritische Stelle im Teil. Er gleicht die Erstarrungsschrumpfung aus und soll Lunker verhindern. Er muss mit dem Hotspot verbunden sein und später erstarren als dieser. Nach dem Guss wird er abgeputzt. Sitz und Größe kommen aus der Speisung, oft mit Simulation.

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Kompetenzen

Qualität

Spektralanalyse

Die Spektralanalyse misst die chemische Zusammensetzung der Schmelze. Kohlenstoff, Silizium, Mangan, Schwefel, Phosphor und die übrigen Begleiter müssen zur Sorte passen; ohne diese Messung bleibt GJL oder GJS ein Name auf der Bestellung. Die Analyse sagt, was in der Pfanne ist, nicht wie die Schmelze erstarrt und nicht, was im Gehäuse sitzt.

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KompetenzenWerkstoffe GJL / GJS

Qualität

thermische Analyse

Die thermische Analyse zeichnet die Abkühlkurve einer Schmelzprobe auf. Aus Haltepunkten liest die Gießerei, wie die Schmelze erstarrt: Graphit, Unterkühlung, Tendenz zu Weißeinstrahlung. Sie ergänzt die Spektralanalyse, ersetzt sie aber nicht. Die Kurve gilt für die Probe im Becher, nicht für jeden Hotspot im Gehäuse.

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Kompetenzen