Was ist SEIATSU?
SEIATSU ist ein Luftstrom-Press-Formverfahren: zuerst strömt Luft durch den Formsand, dann folgt die Pressung. Ziel ist eine gleichmäßige Verdichtung im Kasten. Bei Röth arbeitet die HWS-Formanlage nach diesem Verfahren. SEIATSU ist ein Formverfahren, keine Legierung und kein Zertifikat, und steht nicht neben EN-GJL-250 auf der Zeichnung und nicht als Güte auf dem Lieferschein.
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Was es ist
Reine Pressung verdichtet oben stärker als unten. Der Luftstrom lockert und legt den Sand vorher an die Kontur, die Presse schließt nach, der Sand sitzt gleichmäßiger am Modell.
Gleichmäßige Formhärte hält die Kontur beim Gießen: weiche Taschen erodieren, harte Kanten reißen beim Ausheben. SEIATSU zielt auf die Mitte, nicht auf Höchsthärte um jeden Preis.
Das Verfahren braucht schüttfähigen Grünsand, Bentonit und Wasser müssen im Fenster liegen. Ein klumpiger Sand folgt dem Luftstrom nicht in die Taschen.
SEIATSU arbeitet im Kasten. Der Rahmen hält den Sand, während Luft und Presse wirken. Ballenguss auf der Disamatic verdichtet anders, das Wort gehört nicht dorthin.
Luftstrom plus Presse ist Formtechnik, kein Werkstoff, keine Sorte, kein Prüfzeichen. GJL oder GJS ist Eisen, SEIATSU ist die HWS: der Lieferschein nennt die Sorte, nicht den Luftstrom.
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Im Betrieb / bei Röth
SEIATSU ist die Verdichtung der HWS, nicht der Disamatic. Kastenmaß und Stückgewicht stehen unter Kastenguss. Schwerpunkt sind kernintensive Gehäuse.
Der Kunde merkt es an gleichmäßigerem Guss in engen Toleranzen, nicht am Namen auf dem Lieferschein. Die Sorte bleibt GJL oder GJS, das Rohteil bleibt geputzt, oft gestrahlt.
Sandprüfung hält Feuchte und Festigkeit, ohne dieses Fenster nützt der Luftstrom nichts. Der Sand muss erst fließen, dann halten: Klumpen im Mischer sind Ausschuss vor der Form.
Kerne bleiben Resol-CO₂. SEIATSU formt die Außenform, der Kern sitzt danach im Kasten. Verdichtung und Kern sind Nachbarn, nicht dasselbe. Der Luftstrom verdichtet Sand, er härtet keinen Binder.
Prototypen dürfen gedruckt sein, die Serie kehrt auf die HWS mit SEIATSU zurück. MAGMA legt Anschnitt und Speiser in diesen Kasten, nicht in ein Verfahren als Marke. Der Druck verdichtet nicht per Luftstrom.
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Was in der Praxis zählt
Gleichmäßige Formhärte hilft der Kontur. Sie ersetzt kein gießgerechtes Teil und keinen sauberen Kern. Eine Hinterschneidung ohne Kern bleibt unformbar, auch nach SEIATSU. Die Presse formt Sand, nicht Eisen.
Teilung, Formschräge und Sandfenster entscheiden, ob die Kontur aushebt. Der Luftstrom füllt Taschen, das Ausheben braucht Schräge und Plastizität.
Formschräge und Modelloberfläche entscheiden das Ausheben nach der Verdichtung. Hart und klebrig reißt, weich und schräg hält.
Kernintensive Gehäuse nutzen den Vorteil: gleichmäßige Härte um Marken und Rippen. Der Kern bleibt chemisch, SEIATSU formt nur den Grünsand darum.
- SEIATSU nur bei der HWS erwarten, nicht auf der Disamatic.
- Formstoff prüfen, sonst bleibt der Luftstrom wirkungslos.
- Kern und Außenform getrennt denken.
- SEIATSU nicht auf Zeichnung oder Bestellung schreiben.
- Luftstrom zuerst, Presse danach: ohne den ersten Schritt bleibt die Tasche weich.
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Typischer Fehler
SEIATSU als eigene Gusslegierung oder als Zertifikat lesen. Es ist ein Formverfahren und steht nicht neben EN-GJL-250 auf der Zeichnung.
Die Disamatic mit SEIATSU beschreiben. Der Ballen verdichtet anders, das Wort gehört zur HWS.
Gleichmäßige Verdichtung mit beliebiger Geometrie verwechseln. Was nicht in den Kasten passt, verdichtet niemand, auch nicht mit Luftstrom.
Den Formstoff ignorieren und nur das Verfahren loben. Bentonit, Wasser und Prüfung tragen die Härte. Die Maschine verteilt sie.
SEIATSU auf die Zeichnung schreiben wie eine Wärmebehandlung. Der Einkauf kann das nicht prüfen. Die Formanlage fährt es oder nicht.
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Grenze
Keine Anlagenanleitung. Der Text ordnet das Wort, das auf der Röth-Seite bei der HWS steht. Drücke, Zeiten und Düsen bleiben Betriebsdaten.
SEIATSU ist kein Angebot für Handform, Kokille oder Druckguss. Es ist die Verdichtung einer Maschinenformanlage in Mosbach.
Dieser Eintrag ersetzt keine Einformprüfung. Ob ein Gehäuse die Kontur hält, zeigen Sand, Kern und erstes Teil.
Geliefert wird Eisen als Rohteil. SEIATSU steht nicht als Güte auf dem Lieferschein, die vereinbarte Spezifikation tut das.
Keine Lizenzkunde: das Wort ordnet die HWS, Drücke und Zeiten bleiben intern. Der Kunde bestellt Eisen, nicht Luftstrom. SEIATSU bleibt Formverfahren.